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Aktuelles
Zehn Jahre ist es her, dass Gesine Schlüter, die Tochter des verstorbenen Pathologen Prof. Dr. August Terbrüggen, die Türe der versunkenen und zusammengefallenen Kapelle öffnete. Sie hatte sich vorgenommen, die 1899 von dem Danziger Baurat Böttcher errichtete Aussegnungskapelle, die später auch der Pathologie des Städtischen Krankenhauses diente, herrichten zu lassen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In einer kleinen Feierstunde haben die Kulturpioniere am 22. November 2009 der Gründung und die Akteure der Veranstaltungsreihen dieser Geschichte und der überaus bemerkenswerten Opfer- und Spendenbereitschaft der Bielefelder Bürger gedacht.
Zusammen mit Prof. Dr. Ute Raute-Kreinsen, Prof. Dr. Dr. Peter Lauven, Elke Möllmann, Dr. Johannes Kramer, Brigitte Schindler, Prof. Dr. Valentin Jagdschian und Prof. Dr. Wolfgang Schlüter gründete sie den Verein capella hospitalis e.V.
Schon am ersten Tag, an dem die Bielefelder gebeten worden waren, die Kirchenruine zu besichtigen, erschienen über 800 Bürger und spendeten aus kleinen Beträgen so viel, dass die Gründer sich ermutigt fühlten, weiter um Spenden zu werben. Namhafte Bielefelder Persönlichkeiten spendeten dann auch größere Beträge; die Stiftung der Sparkasse sprang ein, so dass zum Schluss anderthalb Millionen zur Renovierung des Kleinods zur Verfügung standen.
Die Kapelle wurde von den Architekten Brüchner-Hüttemann Pasch umgeplant, umfassend saniert und im Sinne des Denkmalschutzes in Teilen neu aufgebaut.
Die Künstlerin Elisabeth Masé gestaltete den Raum der Stille aus: die Wandfarbe in Orange erinnert an die Abendsonne. Das Innere der Kapelle ist von dunklem Eichenholz gefasst. Nach Einbruch der Dämmerung verwandelt sich das gelbliche Licht in den matten Fensterflächen zu langsam schwindenden Kontrasten aus abwechselnd kühlen und warmen Farben. Die Laibungen der Spitzbogen beginnen zu leuchten; das Farbspiel gibt dem Raum die Atmosphäre eines Mysteriums.
Es gelang Frau Barbara von Tschirnhaus in den vergangenen Jahren den Ort der Stille, des Redens und des Trostes mit künstlerischem Inhalt zu füllen. Zahlreiche Künstler, vortragende und musizierende Darsteller, Aktionsgruppen und besinnliche Vorträge geben dem interessierten Bürger, den Patienten und den Mitarbeitern des Krankenhauses neue Einblicke.
Dies alles wäre ohne die engagierten Mitglieder des sogenannten Aktionskreises nicht möglich. Ihr Einsatz gibt den Darbietungen das inzwischen bekannte, besondere Ambiente.
Das Klinikum selbst veranstaltet in den Räumen die Vortragsreihe: Bürger fragen - Ärzte antworten.
Verfasst von Prof. Dr. Ute Raute-Kreinsen u. Prof. Dr. Wolfgang Schlüter am 23.11.2009
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