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AktuellesEs ist soweit. Nach etwa 5 Monaten Bauzeit geht die neue Zentralsterilisation des Klinikums Bielefeld an den Start. Mit der neuen Anlage können nun das Klinikum Mitte, das Klinikum Rosenhöhe und künftig auch der dritte Standort des Klinikums in Halle versorgt werden. Von der Investitionssumme in Höhe von 3,5 Millionen Euro gehen etwa zwei Drittel in die moderne Technik.
Die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen konzipierte Zentralsterilisation dient der Reinigung und Sterilisation der benötigten Instrumente und ist in der ehemaligen Wäscherei des Klinikums Mitte untergebracht, 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dort künftig ihren Arbeitsplatz haben. Durch schlanke organisatorische Abläufe wird eine verbesserte Wirtschaftlichkeit erreicht. Zudem tragen Übersichtlichkeit und ein klarer Aufbau der Funktionsbereiche zu mehr Effektivität bei. Im Mittelpunkt des ganzen Projektes steht jedoch die Patientensicherheit.
Pro Jahr werden derzeit ca. 30.000 Sterilisationseinheiten (STE) aufbereitet, mit der neuen Anlage können aber künftig 40.000 STE aufbereitet, so dass auch externe Anfragen übernommen werden können. Im Jahr 2008 wurden etwa 130.000 Siebschalen und Einzelinstrumente auf den Packtischen in der alten Zentralsterilisation verarbeitet. Diese Zahl wird nun mit der neuen Zentralsterilisation klar übertroffen werden. Sie wird den Leistungssteigerungen in den operativen Abteilungen angepasst. Darüber hinaus ist die Anlage ausbaufähig, es können zwei weitere Reinigungs- und Desinfektionsautomaten und ein weiterer Sterilisationsautomat aufgestellt werden.
Die Zentralsterilisation besteht aus drei Arbeitsbereichen: der unreinen Seite, der reinen Seite und dem sterilen Bereich. Auf der unreinen Seite kommt das kontaminierte OP-Material an. Hier wird es manuell, zum Beispiel im Ultraschallbad, oder maschinell gereinigt bzw. desinfiziert. Die neuen Reinigungs- und Desinfektions-Automaten (RDTs) stehen zur gründlichen Wäsche bereit. Die Maschinen sind mit "Geschirrspülern" zu vergleichen. Sie reinigen und desinfizieren mit heißem Wasser und Chemikalien und trocknen die Instrumente. Besonderheit dabei: Die RDTs sind sogenannte Durchlader, d.h., sie können immer nur von der unreinen Seite beladen und danach nur auf der reinen Seite geöffnet werden.
Die reine Seite ist der zweite große Arbeitsbereich in der Zentralsterilisation. Hier werden die Instrumentencontainer nach bestimmten Vorgaben und Schemata gepackt, bevor sie in die Sterilisatoren gelangen. Zudem wird das dekontaminierte Material einer eingehenden Funktionsprüfung unterzogen und gepflegt. Wartung, Pflege und Reparatur sind sehr wichtig denn die Instrumente kosten sehr viel Geld. Der sterile Bereich - also der dritte Arbeitsbereich - ist vom Reinbereich aus nur durch eine Schleuse zu erreichen. Händedesinfektion, Haarschutz und Kittel sind ein Muss beim Betreten des Sterilbereichs. Reine Seite und Sterilbereich unterscheiden sich natürlich auch durch die Raumluft. Zur Herstellung solcher Gegebenheiten mussten besondere Filter eingebaut werden, die im sensiblen Sterilbereich für reine Luft sorgen.
Photo 1: v.l.n.r.: Dr. Johannes Kramer (GF Klinikum Bielefeld), Regina Bathe (Bereichsleiterin Dienslleistungsgesellschaft Klinikum Bielefeld), Manfred Jonas (Fa. MMM).
Photo 2: Blick in die neue Zentralsterilisation
Verfasst von Axel Dittmar am 15.12.2009
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